Am 10. Mai 2017 fand im DRK Mehrgenerationenhaus Nordhorn ein Vortrag mit dem Thema ,,Mit Menschenrechten gegen Hunger und Ernährungsarmut" von Britta Schweighöfer, einem Mitglied der Organisation FIAN (First Food Information Network) Deutschland statt. Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, hungernden Menschen weltweit dabei zu helfen, ihr Recht auf Nahrung durchzusetzen. Der Arbeitskreis „Eine Welt Nordhorn“ hatte in Kooperation mit dem Weltladen zu dem Vortrag eingeladen.

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Hunger, Ernährungsarmut sowie das Menschenrecht auf Nahrung wurden zunächst erklärt und das Vorgehen gegen diese Probleme anhand von Beispielen veranschaulicht.
Unter den Beispielen waren Projekte in Uganda und Nepal. Weltweit leidet ca. eine Milliarde Menschen an Hunger! Aber auch direkt in Deutschland ist die Problematik nicht ohne Bedeutung. Denn wie Britta Schweighöfer erklärte, reichen die Sozialleistungen bei einkommensschwachen Familien für eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht aus.

An den Tafeln in Deutschland wurde Kritik geübt, da sie die Verschwendung von Supermärkten förderten und die Ernährungsarmut im Prinzip erhalten würden.  Andere Lösungsvorschläge wurden stattdessen gegeben, wie zum Beispiel das Engagement bei Organisationen wie FIAN Deutschland und ähnlichen Organisationen.

Im Anschluss an die Präsentation gab es eine Diskussionsrunde, an der sich das Publikum beteiligen und Fragen stellen konnte. Im Publikum saßen unter anderem die Politik - AG des Gymnasiums sowie weitere interessierte Bürger aus Nordhorn. Dabei wurde auch das Problem angesprochen, dass in der  Öffentlichkeit zu wenig über das Thema Welternährung diskutiert wird. Auch die unverhältnismäßig steigenden Rüstungsausgaben wurden kritisiert.

Der Vortrag fand im Rahmen des Projekts Fairgissmeinicht statt, dass zum Bildungsprojekt zum Thema Welternährung, Lebensmittelverschwendung und Klimaschutz in Nordhorn gehört.

Nina Körnig / Peter Beckmannshagen

Am Montag, den 15. Mai, konnten Schüler/ innen aus Geschichtskursen der Q2 und einigen Klassen 10 drei betagten polnischen Zeitzeuginnen zuhören. Sie berichteten von ihrem persönlichen Schicksal und dem ihrer Familien, die in allen drei Fällen verbunden sind mit dem Warschauer Aufstand im Sommer 1944 und dem Überleben des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

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Halina Brzozowsla-Zdunczyk und Barbara Pankowska, diese mit ihrer Mutter, waren nach der Niederschlagung des Aufstandes nach Auschwitz deportiert worden, beide damals 12 Jahre alt. Die beiden Damen berichteten, leise, gefasst und vor hochkonzentrierten Schülern, vom sog. Kinderblock, den Baracken, in denen sie zu hunderten zusammengepfercht waren, von Appellen, die sie z. T. barfuß in Eiseskälte aushalten mussten, von unvorstellbarem Hunger, von Arbeiten, wie dem Ausleeren der Latrinen, von Bildern und vor allem Gerüchen, die sie bis heute in sich tragen. Barbaras Mutter starb kurz nach der Befreiung des Lagers, sie selbst wurde von ihrem Vater in einem Waisenhaus wiedergefunden. Halina zog nach Auflösung des Lagers ihre kleine schwerkranke Schwester auf einem Tischchen bis ins 60 km entfernte Krakau, wo sie in die Obhut des Roten Kreuzes kamen. Auch die jüngste der drei Zeitzeuginnen, Elzbieta Podbielska, gehörte zu den „Auschwitzkindern“, aber zu den ungeborenen. Sie berichtete vor allem vom brutalen „Todesmarsch“, den ihre hochschwangere Mutter überlebte, weil ihr die Flucht gelang.

Nicht nur die unmittelbaren Erlebnisse im Zusammenhang mit „Auschwitz“ beeindruckten die Schüler/ -innen, sondern auch die Berichte über das „Leben danach“ – über jahrelanges Kränkeln, das Schweigen der Mutter, aber auch über glückliche Lebensläufe in harmonischen Familien.

Nach ihren Berichten gingen die Zeitzeuginnen ausführlich und auch sehr persönlich auf die Fragen der Schüler/ -innen ein. Sehr deutlich brachten die Damen zum Ausdruck, dass das Grauen von damals nicht ihre heutige Einstellung zu Deutschland und den Deutschen bestimme. Frau Podbielska sah auch ihre Positionierung gegen nationalkonservative Strömungen in Polen als Teil ihrer historischen Verantwortung.

Die Schüler bestätigten im Nachgespräch, dass die Teilnahme an dieser „anderen Geschichtsstunde“ für sie lehrreich und bewegend war – auch in dem Bewusstsein, dass es eine solche Gelegenheit bald nicht mehr geben wird.

Karin Beckmannshagen

Gymnasiastinnen verlieren Abschlusskrimi und fallen auf Rang 5 ab.

An diesem Wochenende (18.-21.Mai) war es wieder soweit: Die deutsche Meisterschaft der Wettkampfgruppe Mädchen fand wie im vergangenen Jahr in Berlin statt. Die Spielerinnen Inken Meijerink, Esther ter Stal, Sarah Veelders, Jule Wolterink, Insa Wolterink und Alina Bohlen wurden dabei vom Jugendwart des Schachklubs Nordhorn-Blanke Fabian Stotyn sowie den Eltern Jürgen Meijerink und Ellen und Thorsten Wolterink begleitet. Reibungslos verlief die Hinfahrt und die ein oder andere Runde "Werwolf" brachte früh gute Stimmung ins Team.

In Berlin angekommen, 10 Minuten laufen, einchecken und das schöne Wetter in der Hauptstadt genießen. Erneut ging es zunächst einkaufen um neue Glücksbringer für die Mannschaft zu besorgen.

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Mit einem Blick aufs Turnierklassement sah man uns "nominell" zwar an der Spitze, aber bei genauerem Hinsehen war klar: Es wird ein sehr spannendes und ausgeglichenes Turnier. 4-5 Mannschaften kämpfen um die Podestplätze, natürlich auch unsere Titelverteidigerinnen vom letzten Jahr.

In Runde 1 hieß der Gegner Aschaffenburg und es sollte ein klassischer Fehlstart werden. War der "Druck" zu hoch als Titelverteidiger? Eigentlich nicht, dennoch war nur Esther souverän und siegte, während Inken, Sarah und Jule verloren. Bei den Ersatzspielerinnen verlor Insa ihre Auftaktrunde, während Alina gleich einen vollen Punkt holen konnte.

In der zweiten Runde waren die Mädels im Turnier angekommen, im Duell gegen Hamburg sorgten Jule und Sarah für eine beruhigende 2-0 Führung, ehe Esther ihr minimal besseres Endspiel Remis gab. Zum Abschluss profitierte auch Inken von einem Figureneinsteller ihrer Gegnerin und feierte ihren ersten Sieg. Apropos erster Sieg, dieser gelang auch Insa. Alina kassierte leider eine Niederlage.

Drama in Runde 3 gegen das Gerhardt-Hauptmann Gymnasium aus Berlin. Zwar sorgt Jule für die sichere Führung, aber an den anderen Brettern ist kein weiterer Punkt weit und breit zu sehen, zudem haben alle die schlechtere Zeit, hmm ... Doch Inken, Esther und Sarah zeigten starke Nerven und drehten trotz knapper werdender Bedenkzeit alle Partien und freuten sich ob des 4-0 Sieges. Bei den Ersatzspielerinnen Insa und Alina gab es einen Doppelsieg - unser erstes 6-0!

Langsam waren wir im Turnier angekommen und kämpften uns wieder nach oben. Im Duell gegen Halle sorgte erneut Jule fürs 1-0. Sarahs Bauernopfer sorgte für starken Angriff und sie konnte kurz darauf entscheidendes Material gewinnen und die Führung ausbauen. Inkens Duell mit ihrer jungen starken Gegnerin stand zunächst unter einem guten Stern, doch eine kleine Ungenauigkeit sorgte für eine schwierige Stellung die letztendlich nicht zu halten war. Nun lag es an Esther, den Mannschaftssieg abzusichern. Sie bot folgerichtig Remis an, was ihrer Gegnerin nicht ablehnen durfte. Mit sehr wenig Restbedenkzeit profitierte Esther von einem üblen Fehlgriff ihrer Gegnerin und konnte sogar noch gewinnen und den Sieg auf 3-1 stellen. Alina und Insa marschierten weiter im Gleichschritt nach vorne und siegten erneut.

Nun traten wir in Runde 5 schon wieder an Tisch 2 an und alle - wirklich alle - Gegnerinnen spielten uns in die Karten. So hatte nach dieser Runde jede Mannschaft mindestens 2 Mannschaftsminuspunkte. Nur ... leider konnten wir es nicht ausnutzen. Zwar stellten Jule und Esther die Weichen auf Sieg, doch Inken und Sarah verloren gegen ihre guten Gegnerinnen. Somit hatten wir wieder einen Mannschaftspunkt Rückstand. Alina gewann ihre vierte Partie und Insa musste sich zum zweiten Mal geschlagen geben.
Dennoch hatten wir noch Optimismus mit 2 Siegen noch einmal im Kampf um die Topplatzierungen eingreifen zu können.

Dass es der Wunsch aller war, konnte man im Duell mit Annaberg deutlich sehen. Bereits nach 20 Minuten besorgte Inken die Führung. Die Siege von Jule, Sarah und Esther kamen dann auch souverän. Wow, was ein starker Mannschaftskampf und wieder spielten alle anderen für uns. Es gab nur noch ein Team mit 2 Minuspunkten, nämlich unser Letztrundengegner aus Bad Mergentheim! Mit einem Sieg ziehen wir vorbei und alles andere regelt die Zweitwertung ... Alina und Insa holen ebenso nochmal einen Doppelsieg! Somit spielt auch Alina im Fernduell mit einer weiteren Spielerin mit 5 Punkten um den Ersatzspielerinnentitel.

Nun das zweite extreme Drama in der besagten Schlussrunde. Wieder spielen alle für uns. Die Berliner-Mannschaft mit besserer Zweitwertung gibt ein 2-2 Unentschieden ab. Die punktgleichen Karlsruherinnen gewinnen, aber das ist kein Problem . Nun lag es an uns!

Auch hier gingen wir zunächst durch eine schöne Angriffspartie von Jule in Führung. Zudem haben wir 3 weitere gute Stellungen, aber überall die schlechtere Zeit... Als erstes drehte sich Inkens Partie zu unseren Ungunsten und sie musste sich geschlagen geben. Extrem schade war die Partie von Sarah, die in ihrer letzten Partie in ihrer Schulschachmannschaft leider nicht den erhofften Punktgewinn einfuhr und in extremer Zeitnot erst den Gewinn ausließ und schließlich auch das Remis.  Schade der Titel war weg und ging an unsere Gegnerinnen aus Bad Mergentheim --) Natürlich "Herzlichen Glückwunsch"!! Auch die letzte Partie entschied sich gegen uns. Obwohl Esther sehr lange ihr Endspiel stark verteidigte lief sie in den letzten "Trick" rein und verlor ebenso. Schade, ärgerlich, aber so ist es halt manchmal. Bei den Ersatzspielerinnen gab es das Nordhorner Duell zwischen Alina und Insa, welches Alina gewinnen konnte. Aufgrund der Feinwertung landete sie auf Rang 2. Eine ganz starke Leistung, auch Insa kann mit ihren 4 Punkten und Rang 5 zufrieden sein. Die komplette Mannschaft rutschte somit zum Schluss auf Rang 5 ab.

Nun gilt es die Kräfte neu zu bündeln und im kommenden Jahr einen erneuten Anlauf zu nehmen. Sarah wird aufgrund ihres Abiturs in diesem Jahr dann aus der Mannschaft ausscheiden, aber wie wir gesehen haben, stehen die Ersatzspielerinnen Alina Bohlen, Insa Wolterink und auch Sarah Palmen (Die bis zur Landesebene ebenso viele Punkte für die Mannschaft geholt hat) bereit.

Fabian Stotyn

Kann denn 4 mal 6 gleich 13 sein?

4 x 6 = 13? 4 x 7 = 14? Geht das? Aber ja. Wenn ,,Alice im Wunderland" des Traumes eingesperrt ist, dann passieren solch wunderliche Berechnungen und noch viele andere Absurditäten. Lewis Caroll macht es möglich. Edmund Linden hat dessen fantasievolles Nonsense-Märchen ,,Alice im Wunderland" und Figuren aus dem Nachfolgeband ,,Alice hinter den Spiegeln" zu einem Bühnenspektakel verarbeitet, das an Regie, Darsteller, Bühnenbauer und Kostümschneider hohe Anforderungen stellt. Die Theater-AG des Gymnasiums Nordhorn hat sich unter der bewährten und einfallsreichen Leitung von Inga Brookmann und Jörg Fröhlich des figurenreichen Stückes angenommen und die kleine Bühne der gut gefüllten Gymnasialaula mit bunten tiermenschlichen Typen und spielerischen Unsinnsdialogen voller Tiefsinn angereichert. Schließlich stecken ja im Wort ,,Unsinn" zwei Drittel ,,Sinn". Das überwiegend junge Publikum sah das ein und belachte und begluckste die Aufführung begeistert.

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Alice (hervorragend zunächst Alicia Sanchez, dann Mailin Asbeck) träumt sich in ein Wunderland verquerer Proportionen und verquerer Ansichten, die der Lehrer- und Erwachsenenlogik zuwider laufen. Dort ist sie mal viel kleiner, mal viel größer. Ein genialer Trick machte diese Schrumpfung bzw. Streckung sichtbar: Vor dem schwarzen Hinter- und Seitengrund waren an einem weißen Seil nach hinten perspektivisch verkürzte Türen aufgehängt, die Alice unterschiedlich groß erscheinen ließen. Selbstverständlich können in dieser Fantasiewelt Tiere und Blumen und Spielkarten sprechen. Sie verleugnen ihre Fress- und Machttriebe durchaus nicht und bilden in verzerrter Form menschliche Dummheiten und Gelassenheiten, Untugenden und Großzügigkeiten ab.

Gegen solche Typen muss sich die verwirrte, aber mutige Alice behaupten: das hektisch hoppelnde weiße Kaninchen, die eindrucksvolle philosophisch gelassene Raupe (Katharina Munk), die beiden Vertauschkünstler Dideldum (Jonas Elferink) und Dideldei (Laura Schneider), der, die oder das hochnäsig englisch parlierende Goggelmoggel (Maik Raaz), die flitzeflinke Haselmaus (Franka Walter), die ständig ihre Un-Geburtstage feiernden Hutmacher (Marlene Wenderoth) und Schnapphase (Tilda Jahn), der lächerliche Hofstaat (Michael Bertram, Lennard Book, Sarah Mohammad) um die Kopf - ab - Herzkönigin (Rebecca Engel) und nicht zuletzt die raffiniert-souveräne Grinsekatze (Insa Rigterink). Alle Darsteller spielten voller Elan Doppelrollen.

Die Bühnenadaption von Edmund Linden brachte so gelungene Parodien hervor wie: ,,Guter Mond, du gehst so stille / in die nächste Kneipe hin, / besäufst dich dort und wirfst `ne Pille, / bist dann voll bis obenhin." Vermutlich kein Beispiel für eine deutsche Leitkultur, aber lustig.

Ohne die vielen kleinen Regieeinfälle und die gelungenen Kostüme (noch lange vor Augen: die Raupe oder der Spielkartenhofstaat) wäre der Erfolg nicht zustande gekommen. Basis bleibt aber: die Spielfreude der Darsteller. Die zweite Vorstellung findet am Donnerstag, dem 18. Mai, um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums statt.

Bernd Durstewitz

Gymnasiastinnen peilen Titelverteidigung in Berlin anschach

Am kommenden Wochenende 18.-21.Mai fährt das Gymnasium Nordhorn zum zweiten Mal in Folge nach Berlin zu den deutschen Schulschachmeisterschaften. Als Titelverteidiger wollen die Nordhorner Schülerinnen erneut ein Wort bei der Titelvergabe mitsprechen.

Die Spielerinnen Inken Meijerink, Esther ter Stal, Sarah Veelders, Jule Wolterink, Insa Wolterink und Alina Bohlen sind laut aktueller Setzliste wie im vergangenen Jahr an Position 2 gesetzt. Unterstützung bekommt das Gymnasium erneut vom Schachklub Nordhorn-Blanke, der seinen Jugendwart und Trainer Fabian Stotyn mitschickt.

Erneut werden in 7 schwierigen Runden die deutschen Meister ermittelt. Qualifiziert haben sich die Nordhornerinnen souverän für die Nationalen Wettkämpfe. Im Unterbezirks, im Bezirks und im Landesfinale hat das Gymnasium nicht einen Mannschaftspunkt abgegeben und dominierte das Niedersächsische Schulschach.

Gerrit Apelt