Die Menschenrechtsaktivistin Christina Haverkamp war vor einigen Tagen (17.03.17) in der Aula des Gymnasiums Nordhorn zu Besuch. Sie setzt sich für die Unterstützung und den Schutz der Yanomami Indianer in Südamerika ein. Diese Indianer leben im tropischen Regenwald im Grenzgebiet von Venezuela und Brasilien.

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Frau Haverkamp, eine ehemalige Schülerin des Gymnasium Nordhorns, berichtete von der Bedrohung der Yanomami durch den Raubbau am tropischen Regenwald und die Zerstörung des Lebensraumes durch Goldsucher. Als besonders problematisch erweist sich bei der Goldförderung der massive Einsatz von Quecksilber, der den Regenwald und auch die Yanomami vergiftet.

Durch ihre direkte und charismatische Persönlichkeit gelang es Christina Haverkamp die Schüler 2 Stunden lang in ihren Bann zu ziehen und für die Probleme der indigenen Menschen zu sensibilisieren. Dazu hatte Frau Haverkamp zahlreiche Exponate aus Südamerika wie einen Piranha, indianischen Schmuck oder auch Jagdwaffen mitgebracht. Fast 200 Schüler des Jahrgangs verfolgten den spannenden Vortrag und leisteten mit einer kleinern Spende einen Beitrag zum Schutz der Yanomami. Auch eine Klasse des evangelischen Gymnasiums Nordhorn nahm an der Veranstaltung teil. Mit den Spenden kann Frau Haverkamp u. a. dringend benötigte Sprechfunkgeräte für die Indianer oder auch Mikroskope und Medikamente für den Kampf gegen Malaria anschaffen. Das Gymnasium Nordhorn als Umweltschule möchte Frau Haverkamp mit weiteren Aktionen bei ihrer Arbeit unterstützen. Der Förderkreis des Gymnasiums Nordhorn e. V. hat die Veranstaltung durch eine Spende ebenfalls unterstützt ? Vielen Dank!

Weitere Informationen unter http://www.yanomami-hilfe.de/.

Stefan Vrielmann

„In Nijmegen ist noch eine Gladiatoren-Ausstellung zu sehen, die ich gerne mit meiner Niederländischgruppe ansehen würde. Hättet Ihr Lust, mit uns zu fahren?“ So in etwa lautete Frau Megow de Boers Frage an die in der Jahrgangsstufe 8 unterrichtenden Lateiner. Hatten wir!

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Am 20. Februar 2017 trafen sich also die Niederländisch- und Lateingruppen am „City-Terminal“ in Nordhorn, um nach rund zwei Stunden Busfahrt in der ältesten Stadt der Niederlande anzukommen. Zwar hat das Museum montags geschlossen, aber nicht nur für uns, auch für einige andere Gruppen wurde eine Ausnahme gemacht. Da wir doch recht viele waren, teilten wir uns auf: Die Gruppen von Frau Heskamp und Herrn Timm kamen in den Genuss der ersten Führung, während sich die beiden anderen Gruppen, betreut von Frau Megow de Boer und Frau von Behren, schon einmal in der Stadt umschauen und den ersten Burger einer bekannten Braterei vertilgen konnten. Um 12 Uhr wurde gewechselt.

Das Museum „Het Valkhof“ bot eine interessante Ausstellung mit sehr vielen Exponaten, die aus aller Welt zusammengetragen worden waren: Keramiken, verschiedene Reliefs, Helme, Graffiti und vieles mehr. Beeindruckend waren auch die lebensgroßen Figuren von kämpfenden Gladiatoren, die die Ausstellungsmacher paarweise auf einer Fläche aus Sand platziert hatten. Auch wenn vielleicht zuweilen etwas mehr Zeit wünschenswert gewesen wäre, um die Ausstellungsstücke angemessen zu würdigen, erhielten die Schülerinnen und Schüler gleichwohl einen Einblick in die nicht ungefährliche (Lebens-)Welt der Gladiatoren. Im Anschluss hatten alle noch einmal die Gelegenheit, in die Stadt zu gehen und, wie nachher an den vielen Taschen im Bus zu erkennen war, einzukaufen. Um 15 Uhr traten wir dann die Heimreise nach Nordhorn an.

Ein besonderer Dank für diese spannende Fahrt gebührt Frau Megow de Boer, die die gesamte Organisation übernommen hat!

Dr. Claudia von Behren

Gymnasium Nordhorn darf wieder zur deutschen Meisterschaft nach Berlin!

Im Niedersachsenfinale des diesjährigen Schulschachwettbewerbs (15.03.17) hat sich das Gymnasium Nordhorn mit den Spielerinnen Esther ter Stal, Inken Meijerink, Sarah Veelders, Insa Wolterink, Alina Bohlen und Sarah Palmen souverän mit 12-0 Mannschaftspunkten den Titel gesichert und sich somit erneut für die Bundeswettkämpfe vom 18.-21.Mai in Berlin qualifiziert.

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Die aktuellen deutschen Meisterinnen ließen sich auch von einem mühevollen und glücklichen 3-1 Auftaktsieg gegen Braunschweig nicht aus der Ruhe bringen. Im wichtigen Duell gegen die vermeintlich stärksten Konkurrenten aus Lingen zeigten die 4 eingesetzten Spielerinnen starkes Schach und siegten mit 3,5-0,5 Punkten. Im dritten Spiel gegen Stuhr wurde ein sicherer 3-1 Sieg gefeiert. Noch souveräner waren die Ergebnisse in der Rückrunde. Braunschweig wurde mit 4-0 geschlagen und durch den zweiten sicheren Sieg gegen Lingen war der Titel vor der letzten Runde schon sicher. In der letzten Runde setzten sogar die beiden Spitzenspielerinnen Esther und Inken aus. Dennoch wurde im Rückspiel gegen Stuhr ein klarer 4-0 Erfolg gefeiert.

Nun hoffen die Gymnasiastinnen in Berlin den Überraschungscoup von 2016 wiederholen zu können.

Gerrit Apelt

Vor einiger Zeit hieß es hier "Wir können alles - außer Karneval", aber das stimmt gar nicht, wie in dieser Woche zu sehen sein wird. Heute, am 13.3.17, war "Horror" das Thema und da für manche Schüler Lehrer der "reine Horror" sind, fanden ein paar von ihnen auch den Weg in diese Galerie.

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Filmhelden gab es am Dienstag zu sehen - manche waren nur Insidern bekannt und ohne vorherige Recherche bei YouTube gar nicht zu identifizieren.

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Geschlechtertausch - war das immer wieder beliebte Motto am Mittwoch. Und zu sehen war, dass so manches hübsche Mädchen eigentlich ein Kerl ist und mancher Kerl als hübsches Mädchen auch eine gute Figur macht.

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Anonymus - das Thema am Donnerstag beschert uns lauter fast gleich aussehende Gestalten. Es ist ein Spiel mit Identitäten, unerkennbar sein, bei gleichzeitiger Betonung der Individualität. So fragten sich die Gestalten gegenseitig: "Wer bist du?" - ja, wenn man das nur  immer wüßte!

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Assi war das Thema zum Abschluss der Mottowoche. Auch dabei ging es um ein Spiel, um ein Spiel mit kulturellen Codes und Zeichen.

Viel Mühe wurde in dieser Woche aufgewandt und es hat viel Freude gemacht euch dabei zuzusehen. Danke dafür - und viel Erfolg beim bevorstehenden Abitur!

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„Von Ägypten bis Südafrika – das größte Land der Welt?!“ - Rede zur Ausstellung des Seminarfachs Tansania

Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn Sie an Afrika denken, welche Gedanken kommen Ihnen als erstes in den Sinn? Etwa eine atemberaubende Landschaft, eine vielfältige Flora und Fauna oder doch die mitleidserregende Armut, mangelernährte Kinder sowie tradierte Lebensweisen?

Afrika ist kein Land, sondern ein ganzer Kontinent, dessen Fläche rund 30 Millionen Quadratkilometer umfasst. Dieser Kontinent besteht aus 54 Ländern, die eine enorme Diversität besitzen, denn jedes dieser Länder ist verschieden. Die Stereotypen, die mit großer Wahrscheinlichkeit die Mehrheit aller Menschen in unserem Umfeld hat, stellen eine große Gefahr dar. „The danger of a single story“ – also die Gefahr der einen Geschichte, die von Chimamanda Ngozi Adachie thematisiert wird, hat unser Seminarfach auf unserem Weg bei der Erstellung dieser Ausstellung begleitet. Stereotypen, die teilweise seit der Kolonialzeit existieren, sind nicht direkt falsch, jedoch sehr unvollständig. Vorurteile werden von westlichen Medien verstärkt und gefestigt. Durch einen Mangel an Wissen über die Diversität Afrikas werden Stereotypen und das dadurch erzeugte Bild eines homogenen Kontinents als Wahrheit angesehen.

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Spricht man von Afrika, so denken viele Menschen aus westlichen Kulturen zunächst an Mittellosigkeit und Unterentwicklung. Häufig entsteht eine große Bemitleidung des gesamten Kontinents Afrika. Dadurch stellt sich die in westlicher Kultur lebende Bevölkerung auf eine höhere Ebene und das nur durch ihr Unwissen, denn innerhalb dieses einen Kontinents, innerhalb eines jeden der 54 Länder und sogar innerhalb der zahlreichen verschiedenen Regionen und Städte herrschen enorme Disparitäten vor. Dieses Phänomen der Nivellierung des gesamten Kontinents stellt eine große Ungerechtigkeit, ein Unverständnis sowie in gewissen Maßen eine Respektlosigkeit dar. Dieser Mangel an Respekt drückt sich darin aus, dass nicht ausreichend über die Vielseitigkeit eines Kontinents recherchiert wird, sondern auf Grundlage oberflächlicher Informationen darüber geurteilt wird.

Moderne Medien besitzen in der westlichen Gesellschaft eine enorme Macht. Durch den Konsum von Filmen kann ein gezieltes Bild von Afrika erweckt werden. Die Zuschauer können stark manipuliert werden, indem nur wenige Facetten der großen Diversität dargestellt werden. Durch eine oftmals fehlende kritische Haltung wird der gewonnene Eindruck als Wahrheit befunden und nicht angezweifelt.

Ähnlich verhält es sich in der Literatur. Haben Sie in Ihrer Kindheit Bücher besessen, die Ihnen den Kontinent Afrika und das Leben auf der anderen Erdhalbkugel veranschaulichen sollten?  Wenn ja, stellt sich die Frage, wie die „afrikanische Welt“ dargestellt wurde und ob sich dieses Bild bei Ihnen gefestigt hat.  Vor allem Kinder, die über ein geringeres Wissen und eine geringere Lebenserfahrung verfügen, sind extrem leicht zu beeinflussen. Dadurch kann bei dieser Altersgruppe mühelos – wenn auch unbeabsichtigt – ein irrtümlicher Eindruck von Afrika geschaffen werden. Dieses Bild entspricht jedoch, wie bereits erwähnt, nur in eingeschränkter Hinsicht der Realität. Verschiedene indigene Stämme, die in Lehmhütten leben, deren Männer tagsüber auf die Jagd gehen, während die Frauen das Essen vorbereiten, werden als Alltagsrealität des modernen Afrika dem Zuschauer oder Betrachter präsentiert. Diese Gesellschafts- und Lebensstrukturen besitzen für bestimmte Regionen in weniger entwickelten Teilen Afrikas tatsächlich Aktualität, sind aber keinesfalls charakteristisch für den gesamten Aufbau eines Landes. Vor allem entspricht dies nicht dem gesamten Aufbau eines riesigen Kontinents! Erhalten Kinder jedoch nur eingeschränkte, einseitige Informationen und werden auch in ihrem weiteren Prozess des Heranwachsens nicht dazu ermutigt, dieses vermittelte Bild zu hinterfragen, so festigt sich der oberflächliche Eindruck von der Homologie Afrikas.

Das Seminarfach Tansania hat diese Ausstellung mit dem Namen „Von Ägypten bis Südafrika – das größte Land der Welt?!“ erschaffen, um Kindern so früh wie möglich die Diversität Afrikas zu veranschaulichen. Die Ausstellung soll Wissen vermitteln, um dem Kampf gegen Vorurteile und damit einhergehende Ungerechtigkeit zu begegnen. Die Möglichkeit der interaktiven Auseinandersetzung mit der Thematik und die kindgerechte Gestaltung der Materialien sollen den Prozess der Wissensvermittlung fördern.

Wir möchten verhindern, dass bereits in jungen Jahren ein falsches Bild des Kontinents Afrika entsteht. Durch den Besuch der Ausstellung soll die Frage, ob Afrika das größte Land der Welt ist, eindeutig beantwortet werden können: Afrika ist kein Land, sondern die geografische Bezeichnung eines facettenreichen Kontinents, auf dessen Diversität wir mit unserer Ausstellung aufmerksam machen möchten.

Carla Honikel  (Q34, Seminarfach Tansania)