Formales
Philosophie ist in Niedersachsen in den Jahrgängen 10-12 ordentliches Unterrichtsfach und dem Aufgabenfeld B (gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld) zugeordnet. Am Gymnasium Nordhorn kann Philosophie in der Einführungsphase (10. Klasse) als Ersatzfach für Religion angewählt werden. Der Unterricht liegt vormittags parallel zu den anderen Religionskursen.

Inhalt  

1. Schulcurriculum
2. Anzahl der Klassenarbeiten
3. Kriterien für die Notenvergabe
4. Schulbücher

1. Schulcurriculum  

Das Schulcurriculum orientiert sich an den Rahmenrichtlinien Philosophie, herausgegeben vom Niedersächsischen Kultusministerium, in der Fassung vom Juli 1985. Im Folgenden sind die Themen des Schulcurriculums für die Einführungsphase (Klasse 10) und die vier Halbjahre der Qualifikationsphase aufgeführt.

Klasse 10:

  • Einführung in die Teilgebiete der Philosophie und die Interpretation philosophischer Texte
  • Einführung in die theoretische Philosophie anhand erkenntnistheoretischer und metaphysischer Fragestellungen: z.B. optische Täuschungen, Empirismus, Rationalismus, Substanztheorien, Existenz der Seele.

Mögliche Philosophen: René Descartes, John Locke, George Berkeley, Ernst von Glasersfeld, Thomas Metzinger.

  • Verbindliches Brückenthema: Die Philosophie Platons (Ideenlehre, Höhlengleichnis, „Der Staat“).
  • Staatsphilosophie:
    • Urzustandsmodelle
    • z.B. Liberalismus, Kommunitarismus, Sozialismus.
    • z.B. Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Utopien.

Mögliche Philosophen: Aristoteles, Thomas Morus, Thomas Hobbes, Niccolo Macchiavelli, John Locke, John Rawls, Robert Nozick. Die Philosophie von Karl Marx muss behandelt werden.

Qualifikationsphase

Im Folgenden sind die Themen des Schulcurriculums für die einzelnen Halbjahre der Qualifikationsphase aufgeführt:

11.1
Ethik: Die Frage nach dem richtigen Handeln.

  • Unterschied zwischen Sein und Sollen
  • mindestens zwei möglichst unterschiedliche Konzeptionen normativer Ethik aus der klassischen Theoriebildung, in jedem Fall eine utilitaristische und eine deontologische Ethik.
  • individuelle und kollektive Güter
  • Metaethik (z.B. Jürgen Habermas: Diskursethik; Friedrich Nietzsche).
  • mindestens ein Beispiel angewandter Ethik, in jedem Fall aber Umweltethik unter dem Gesichtspunkt Verantwortung für zukünftige Generationen (z.B. Technikethik, Medienethik, Wirtschaftethik, Bioethik).
  • Unterschiede zwischen theologischen und philosophischen Ethiken.

Mögliche Philosophen: Aristoteles, Platon, David Hume, Jeremy Bentham, John Stuart Mill, Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Jürgen Habermas, Peter Singer, Hans Jonas, John McDowell.

11.2
Ein freies Thema aus einem der beiden Lernfelder. Die Themenwahl sollte stark an den Interessen der Kursteilnehmer ausgerichtet werden.
Theoretische Philosophie: z.B. außereuropäische Philosophie, Ästhetik, Ontologie, Raum und Zeit, Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes, Naturphilosophie.
Praktische Philosophie: z.B. Anthropologie, Religionsphilosophie, Geschichtsphilosophie, Handlungstheorie, Rechtsphilosophie.

12.1
Wahrheit

  • logische Wahrheitskriterien und Einführung in die formale Logik.
  • Sprache und Wahrheit
  • Wahrheit und Ontologie
  • Kritik am metaphysischen Wahrheitsbegriff und alternative Wahrheitsbegriffe. Es sollten mindestens drei möglichst unterschiedliche Wahrheitstheorien aus unterschiedlichen Epochen behandelt werden, z.B. Korrespondenztheorie, Kohärenztheorie, Pragmatismus, Verifikationismus.
  • Aspekte moderner Wahrheitstheorien.

Mögliche Philosophen: Aristoteles, Thomas von Aquin, Immanuel Kant, Friedrich Nietzsche, Gottlob Frege, Ludwig Wittgenstein, Rudolf Carnap, William James, Willard Van Orman Quine, Richard Rorty.

12.2
Ein freies Thema aus dem Lernfeld, das nicht in 11/2 behandelt wurde. Die Themenwahl sollte stark an den Interessen der Kursteilnehmer ausgerichtet werden.
Theoretische Philosophie: z.B. außereuropäische Philosophie, Ästhetik, Ontologie, Raum und Zeit, Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes, Naturphilosophie.
Praktische Philosophie: z.B. Anthropologie, Religionsphilosophie, Geschichtsphilosophie, Handlungstheorie, Rechtsphilosophie.

2. Zahl der Klassenarbeiten

In Klasse 10 findet der Philosophie-Unterricht jeweils mit 2 Wochenstunden statt, es werden in jedem Schuljahr 2 Klassenarbeiten geschrieben.
In der Qualifikationsstufe findet der Unterricht mit 2 und in Prüfungskursen 4 Wochenstunden statt. Die Zahl der Klausuren hängt davon ab, ob Philosophie als Prüfungsfach oder als Grundkursfach gewählt wurde. Wenn Philosophie Prüfungsfach ist, dann werden drei Klausuren pro Schuljahr geschrieben, sonst zwei.

3.Kriterien für die Notenvergabe

Die Kriterien für die Notenvergabe orientieren sich an den Hinweisen in den Rahmenrichtlinien. In der Klasse 10 wird pro Halbjahr eine in der Regel textgestützte zweistündige Klausur geschrieben, die höchstens 40% der Gesamtnote ausmacht. Der Rest der Note ergibt sich aus der Mitarbeit im Unterricht (z.B. mündliche Mitarbeit, Referate u.a.). Die Gesamtnote darf aber nicht rein mathematisch errechnet werden.

Für die Qualifikationsphase gilt: Bei einer Klausur geht die Klausur mit maximal 40% in die Gesamtnote ein. Bei zwei Klausuren gehen die Klausuren mit etwa 50% in die Gesamtnote ein.

4. Schulbücher

Das folgende Lehrwerk kann selbst beschafft werden oder ist über das Ausleihverfahren der Schule erhältlich:

Klassen 10:
Zugänge zur Philosophie. Einführungsphase ab Klasse 10, Cornelsen ISBN 978-3-06-120222-4

Qualifikationsphase
In der Qualifikationsphase ist kein Schulbuch eingeführt.