Aufführungen der Theater-AG am 18.06. und 23.06.2015

„Schillers geniales Jugendstück `Die Räuber`, dieser Aufschrei einer missratenen Jugendrevolte in kraftmeiernder, gewalttätiger Sprache, in einer modernisierten Fassung? Statt Männern und Räubern Räuberinnen und Frauen? Statt Überfall und Raub Hackerangriff und Erpressung? Geht das? Geht das gut? Es geht. Es ging gut, sehr gut sogar in der Aula des Gymnasiums Nordhorn.“ (Auszug aus der Rezension von Bernd Durstewitz, GN am 26.06.15)

  • Bild1Bild1

Eine voll besetzte Aula bei der Premiere und insgesamt ca. 350 Zuschauer erlebten diese modernisierten Räuber. Ein Jahr Vorbereitung und viel Zeit und Arbeit zahlten sich aus – im Applaus der Zuschauer und vielen positiven Rückmeldungen der Zuschauer, die nicht nur das Stück an sich, sondern auch die schaupielerische Leistung der Schülerinnen und Schüler würdigten, von denen einige das erste Mal vor Publikum auf der Bühne standen!

Rezension in den GN

– zum vierten Offizielle Einweihung der neuen Musikräume und des Schulhofes

Im Beisein des Landrates Herrn Friedrich Kethorn und weiterer Landkreismitarbeiter, des zuständigen Architekten Herrn Gerold Potgeter, der stellvertretenden Bürgermeisterin Silvia Vries, der Schulleiterin Frau Monika Woltmann, von Vertretern der ausführenden Firmen und aus der Politik und weiteren Gästen wurden die neuen Musikräume und der umgestaltete Schulhof mit seiner Attraktion, dem Soccer-Court, am 18.06.2015 offiziell eingeweiht.

  • Bild1Bild1

Musikalisch eröffnet wurde die Feier von der Bläserklasse 6cb unter der Leitung von Herrn Peter Scholz mit einem Mozart Mix. In seiner Rede kam der Landrat Herr Friedrich Kethorn auf die umfangreichen baulichen Maßnahmen der letzten Jahre am Gymnasium Nordhorn zu sprechen. Darunter hob er natürlich besonders den gelungenen Bau der beiden neuen Musikräume in der ehemaligen Turnhalle und die ansprechende Umgestaltung des Schulhofes hervor. Gleichzeitig lenkte er seinen Blick aber auch auf eine zukünftige Baumaßnahme: den Umbau der alten Musikräume zu einer großzügigen Pausenhalle. Bevor Frau Woltmann als Schulleiterin das Wort ergriff, sang der Rockpopchor unter der Leitung von Heike Späthe das Lied „Just the way you are“ von Bruno Mars. Frau Woltmann bedankte sich in ihrer Rede bei allen, die halfen, die Projekte zu verwirklichen. Für die Mitfinanzierung des neuen Schulhofs lobte sie die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler: durch einen großangelegten Sporttag im letzten Jahr kamen 15000€ zusammen.

Ihr Dank galt auch den Sponsoren: dem Elternverein, dem Förderkreis und dem Kooperationspartner, der Kreissparkasse Grafschaft Bentheim zu Nordhorn. Mit deren zusätzlicher Unterstützung konnte deshalb auch neben dem tollen Klettergerüst der Soccer-Court für den Schulhof angeschafft werden. Der Fachobfrau des Faches Musik, Frau Dorothea Leutenantsmeyer, überreichte sie einen gerahmten handsignierten Gruß von David Garret mit einer seiner CDs und ein signiertes Selbstportrait von Udo Lindenberg. Beide hatten schon vor Jahren damit die Fachgruppe Musik am Gymnasium Nordhorn unterstützen wollen. Beide Widmungen sollen nun die neuen Musikräume zieren.

Der Architekt Herr Gerold Potgeter stellte in seiner Ansprache die konstruktive Zusammenarbeit der Gruppe um Herrn Wolfgang Krämer heraus und fügte hinzu, dass die Umgestaltung des Schulhofes sein vierter großer Auftrag am Gymnasium Nordhorn gewesen sei. Mit der vierten Übergabe des großen Schlüssels an die Schulleiterin Frau Woltmann gelten die Baumaßnahmen nun als offiziell beendet. Allerdings musste die sportliche Eröffnung des Soccer-Courts durch ein kleines Fußballspiel aufgrund eines Schauers kurzzeitig verschoben werden. Deshalb konnten die Anwesenden noch den Liedern „Jamaika Jack“ und „Roar“ von Katy Perry, gespielt von der Bläserklasse 6cb, lauschen, bevor das Wetter es endlich zuließ, auf dem Schulhof den Soccer-Court einzuweihen.

Kerstin Wörsdörfer

Bericht bei ev1.tv

Im vergangenen und diesem Jahr nahmen vier Gruppen aus den Jahrgangsstufen 11 und 12 des Gymnasiums am landesweiten Wettbewerb „Club Apollo 13“ der Leibniz-Universität Hannover teil.

Die beste Gruppe „piSigma“ (Kristin Wallmeier, Marie Fricke, Jana Bauer, Julian Aldegeerds, Robin Tenfelde) belegte mit 64 Punkten den 12. Platz, die anderen drei die Plätze 16 bis 18 in der Reihenfolge „Die tapferen Ritter“ (Florian Pley, Michael Vogel, Alexander Voet, Philipp Hamhuis, Lukas Schoppmeyer; 56,5 Punkte), „It’s not rocket science“ (Jan Hendrik Lübbers, Milan Szorkiebicz, Niklas Unke; 54 Punkte) und „Nontrivials“ (Tom Straukamp, Jonas Brandt, Hanno Kappen, Jonathan Wandscheer; 49 Punkte).

Auf der Fachkonferenz Physik würdigte der Fachobmann Herr Hamel die Leistungen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer und betonte, dass alle Teilnehmergruppen ein Teilnahmezertifikat erhielten, für das mindestens 40 Punkte erforderlich sind. Herr Hamel hatte für die Schüler der Jahrgangsstufe 11 als Anerkennung Buchgutscheine besorgt und überreichte sie Jan Hendrik Lübbers, Milan Szoszkiewicz und Niklas Unke. Lukas Schoppmeyer war verhindert und bekommt den Gutschein durch den Fachlehrer übergeben. Auch in der kommenden Jahrgangsstufe 11 sind interessierte Schülerinnen und Schüler aus naturwissenschaftlich-mathematischen Kursen aufgefordert, die Tradition der Teilnahme an diesem Wettbewerb fortzusetzen. Als zusätzlichen Anreiz können gemäß dem Kerncurriculum Leistungen im Wettbewerb bei der Unterrichtsnote positiv berücksichtigt werden.

  • Bild1Bild1

Herr Hamel mit den Teilnehmern der Gruppe „It’s not rocket science“: Herman Hamel, Jan Hendrik Lübbers, Niklas Unke, Milan Szoszkiewicz

... des Gymnasiums Nordhorn in der vollbesetzten Alten Weberei

„Nicht toll oder toller, sondern am tollsten“, so könnte mit wenigen Worten das diesjährige Sommerkonzert des Gymnasiums Nordhorn in der Alten Weberei beschrieben werden. Im vollbesetzten Saal gelang es den Musikern und Sängern über zwei Stunden hinweg, das Publikum zu begeistern. „Musik und Bühne“, so das Motto des Konzertes, bot von Chartsongs über Evergreens hin zu Stücken aus Musicals und weltbekannten Opern für jeden Geschmack das Richtige.

Eröffnet wurde das Konzert von der Bläserklasse 6. Selbstsicher spielten sie einen Mozart Mix, der von J. O‘Reilly arrangiert wurde, das Stück „Jamaika Jack“ und den von Katy Perry im Jahr 2013 gesungenen Song „Roar“. Hier erwies sich einmal mehr die gelungene Zusammenarbeit von Schule und Musikschule. Bevor Stücke aus unterschiedlichen Opern den Zuhörern präsentiert wurden, sang das Vokalensemble das Lied „Memory“ aus dem Musical „Cats“. Im Gegensatz zur Oper ist bei Musicals ein breites Spektrum stilistischer Einflüsse erkennbar, wohingegen diese eigentlich aus der Vertonung einer dramatischen Dichtung besteht.

  • Bild8Bild8

Doch die Oper „Carmen“ war in dieser Hinsicht ein revolutionärer Bruch. Vielleicht wurde sie auch gerade deshalb zu einem der größten Welterfolge der Operngeschichte: Carmen ist Zigeunerin, die in einer Zigarettenfabrik arbeitet und reihenweise den Männern die Köpfe verdreht. In dem vom Orchester präsentierten Stück „Habanera“ verkündet sie ihre erfrischende Lebensauffassung. Besonders zu erwähnen ist, dass Miriam Sprick, Abiturientin und Flötistin des Orchesters, das Stück arrangiert hat. Dem Genre Oper blieb auch der Lehrerchor zusammen mit dem Vokalensemble treu. Sie sangen gemeinsam „Ombra mai fu“ aus der Oper „Xerxes“.

Beschwingt ging es im Folgenden weiter. Im Musical „Fiddler on the Roof“ wird die Geschichte des armen Milchmanns Tevje erzählt, der darüber nachdenkt, seine ältesten Töchter zu verheiraten. Aber diese haben ganz eigene Pläne. In einem Medley spielte das Orchester Szenen dieses Musicals und danach rockte der Oberstufenchor mit dem aus dem Jahr 1985 stammenden Song „Rock me Amadeus“ den Saal. Zusammen mit dem Unterstufen- und Rockpopchor gab anschließend das Orchester „Summer Nights“ aus dem Musical „Grease“ zum Besten. Bevor ein stimmgewaltiges Abba-Medley, das fast alle Gruppen gemeinsam darboten, jedweden auf seine Kosten kommen ließ, wurde spontan von Schülerinnen und Schülern der Song „The Hanging tree“, ein Lied aus dem Soundtrack des Films „Die Tribute von Panem“, eingeschoben. Diesen von Katharina und Philip Mundt arrangierten Song musste ebenso spontan, aber deswegen nicht weniger souverän Jens Peitzmeier dirigieren. Gesungen wurde er von Alica Reimink.

In der Pause bestand die Möglichkeit, die Kunstausstellung der Klasse 8e, betreut von der Kunstlehrerin Frau Brüggemann, zu bestaunen. Die Schülerinnen und Schüler dieser Klasse hatten passend zu dem Motto des Abends farbenfrohe Bilder gemalt.

Nach der Pause eröffnete die Blasorchester-AG den zweiten Teil des Sommerkonzertes mit „A Night at the Opera“, das das vierte Album der Rockgruppe Queen war, bevor die Abiband des Jahrgangs Q12 die im Neo-Soul-Stil angelegte mitreißende Komposition „Happy“ von Pharrell Williams sang. Arrangiert haben dieses Lied die Schüler Luca Ismaiel und Marie Heiduczek, die sich im Gesang besonders hervortat. „Oye como va“, das von Santana gecovert wurde, und das Chanson „Autumn leaves“ wurden von der Big Band gespielt. Die Solistin bei letztgenanntem Jazzstück war Alica Reimink. Mit der Blasorchester- AG hat die Big Band den Song des weltbekannten Musicals „Tarzan“ unter Begleitung des Rockpop- und des Unterstufenchors dargeboten. Auch die Solistinnen Jana Bauer, Nele Höllmann und Alica Reimink wandten sich dem Musical zu und präsentierten „Highlights from Chicago“. Bevor ein opulentes  Medley des Musicals „Phantom of the Opera“, wiederum arrangiert von der Abiturientin Miriam Sprick und präsentiert von fast allen Gruppen, den spannungsreichen musikalischen Abend beendete, sangen Oberstufen- und Lehrerchor und das Vokalensemble ein Udo-Jürgens-Medley, begleitet von der Big Band und dem Orchester.

Tosender Applaus vom Publikum belohnte nach dem Konzert alle Akteure. Dieser war so überwältigend, dass die Gruppen noch zwei Zugaben brachten. Besonderer Dank galt den Musiklehrern Kirsten Krings, Dorothea Leutenantsmeyer, Jens Peitzmeier, Peter Scholz und Heike Späthe, aber auch einigen Schülerinnen und Schülern, die nach Jahren in den Musikgruppen mit ihrem Abitur ausscheiden. Herzlichen Dank für dieses Sommerkonzert auch an alle anderen beteiligten Schülerinnen und Schüler für das Engagement und die beeindruckenden Leistungen.

Kerstin Wörsdörfer

Vortrag des Zeitzeugen Siegbert Schefke

Am 18.6.2015 konnte Frau Beckmannshagen in der Aula unseres Gymnasiums den Journalisten und Filmemacher Siegbert Schefke begrüßen. Drei Klassen des Jahrgangs 10, drei Geschichtskurse der Q12 sowie viele weitere interessierte Schülerinnen, Schüler und Lehrer erlebten 100 interessante Minuten, in denen der schon mehrfach ausgezeichnete „Kameramann der deutschen Einheit“ von seinem Leben und Leiden in und an der DDR und seiner spektakulären Rolle im Zusammenhang mit der ‚friedlichen Revolution‘ im Umfeld des 9. November 1989 berichtete.

  • Bild1Bild1


Schefke, Jahrgang 1959, schilderte anschaulich, wie er schon als Kind und Jugendlicher an den Begründungen des DDR-Systems zweifelte, dass die ‚Mauer‘ ihn vor dem ‚bösen Westen‘ schützen würde, lebte doch in Recklinghausen seine ‚West-Oma‘, die ihn zwar ab und zu besuchen kam, die er selbst aber voraussichtlich in den nächsten 50 Jahren - bis er selbst Rentner geworden sei – nicht würde besuchen dürfen. Dieses Gefühl unsinniger Repression zog sich dann durch die weiteren biografischen Stationen: Ihm wurde bürokratisch verwehrt Abitur zu machen; erst nach einer dreijährigen Baufacharbeiterausbildung erhielt Scheffke das Fachabitur. Als schrecklich empfand er die eineinhalb Jahre Militärzeit. Er hätte sich freiwillig auf drei Jahre Militärdienst verpflichten müssen, um seinen Wunsch, ein Architekturstudium anzuschließen, realisieren zu können. Da er einen solchen Zwang nicht akzeptierte, durfte Schefke ‚nur‘ Bauingenieur werden. Mit 25 hatte er sein Studium abgeschlossen und immer nagte der Gedanke: Noch 40 Jahre warten, bis man selbst nach London, Paris, Rom reisen durfte?!  Immerhin waren Reisen in die ‚Ostblockstaaten‘ möglich. In Ungarn konnte man westliche Zeitungen und Literatur lesen und kaufen. Allerdings ‚filzten‘ ihn die DDR-Grenzer und er musste Heinrich Bölls ‚Ansichten eines Clowns‘ als ‚staatsfeindliche Propaganda‘ abgeben. So geriet Scheffke schon früh in den Fokus der Staatssicherheit (Stasi), die ihn observierte und unzählige Berichte über ihn verfasste.

Siegbert Schefke lebte damals in Ostberlin am Prenzlauer Berg, wo sich schon zu DDR-Zeiten ein ‚buntes Völkchen‘ jugendlicher Subkultur, Wohnungsbesetzer, Künstler und Regimegegner zusammenfand. Hier reifte die Idee, die DDR-Bürger nur auf eine Weise über den ‚wirklichen Zustand‘ ihres Staates informieren zu können: Wenn unzensiertes, authentisches Bildmaterial über die Westmedien (ARD, ZDF, 3. Programm) in die DDR gesendet würde. Mit Hilfe von Roland Jahn, der auf brutale Weise von der DDR ausgebürgert wurde und in Westberlin lebte, gelang es über einen Diplomaten, der nicht kontrolliert wurde, eine Kamera zu bekommen und 25 gedrehte Filme zurückzuschleusen. So berichteten Siegbert Schefke und sein Freund Aram Radomski seit 1987 anonym über die maroden Verhältnisse in zerfallenden Altstädten der DDR und über vertuschte Umweltkatastrophen.

‚Berühmt‘  wurden die beiden Filmemacher aber durch ihre spektakulären Aufnahmen von der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989, die sie von einem Kirchturm aus machten. Da sie von der Stasi verfolgt wurden, gingen sie das Risiko ein, für diese Handlung jahrelang inhaftiert zu werden. Die Filmkassette wurde durch den Diplomaten in den Westen geschmuggelt, der Film über die Abendnachrichten der ARD verbreitet und so auch der DDR-Bevölkerung zugänglich, sodass die Zahl der Demonstranten zügig in den folgenden Wochen anstieg, bis die DDR-Regierung diese nicht mehr totschweigen konnte. Diesem Film kam somit die Schlüsselrolle einer Initialzündung für die ‚friedliche Revolution‘ in der DDR zu; er ist von daher ein wichtiges politisches Zeitdokument.

Insgesamt erlebten die Zuhörenden einen sehr lebendigen, authentischen Vortrag mit kurzer dokumentarischer Videoeinspielung, der nicht nur sehr informativ und unterhaltsam war, sondern stellenweise auch emotional ‚unter die Haut‘ ging, weil hier ‚Geschichte zum Anfassen‘ und eine Persönlichkeit mit Vorbildqualitäten sichtbar wurden.

Torsten Kaufmann