Die Fotoserie "Removed" des US-amerikanischen Künstlers Eric Pickersgill zeigt unsere Abhängigkeit von Smartphone und Tablet. Die schwarz-weißen Fotos weisen auf die Isolation, die Traurigkeit und Sprachlosigkeit von uns Nutzern. Alle Bevölkerungsgruppen sind gleichermaßen getroffen. Der digital Native, aber auch das ältere Ehepaar sitzt erstarrt vor dem Bildschirm. Jugendliche, Kinder, Freundinnen, Familien und Liebespaare sind gleichermaßen gebannt vom Onlineleben. 

Die Schüler*innen des Seminarfachs "Kunst und Literatur" diskutierten und analysierten zunächst die Fotografien Pickersgills und lasen Artikel zur Onlinesucht. Über die Herbstferien haben sie Pickersgills Kritik aufgenommen und weiterentwickelt und dabei Bilder sehr unterschiedlicher Techniken geschaffen.

 

Britt Wessling "Ohne Titel" Bleistift / Wasserfarbe

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Kim Geertsma "(Dis)connected" Linoldruck

 

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Michelle Hering "Ohne Titel" Collage

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Henrieke Jarosch "Digital Junkie" Kuli / Wasserfarbe

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Larissa Scharke "Ohne Titel" Objekt / laminiert

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Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordhorn zu Gast im Erasmus-Seminarfach

Anja Milewski stellte ihre Arbeit den 12 Schüler*innen des Seminarfachs (rig) vor. Die Gleichstellungsbeauftragten unserer Schule, Frau Rathmann-Schwenen und Frau Meyer, nahmen ebenfalls an Milewskis Vortrag teil. Am Abend zuvor hatten die Erasmusschüler*innen die Ausstellung "Mütter des Grundgesetzes" in der Stadtbibliothek besucht. Am Nachmittag danach verdeutlichte Milewski, wie notwendig die Arbeit von ihr und den Kolleginnen in den Kommunen der Bundesrepublik 70 Jahre nach der Verabschiedung des Grundgesetzes noch ist.

 

Mütter des Grundgesetzes

Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel  sind die vier Mütter des Grundgesetzes. Sie hatten gegen den Widerstand der Männer, inklusive des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer, dafür gekämpft, dass in unserer Verfassung steht: Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

Martin Liening, Stadtjugendpfleger Nordhorns, wies während der Ausstellungseröffnung mehrfach auf den Kontrast zwischen dem idealen Anspruch des Grundgesetzes und der traurigen Wirklichkeit des Alltags hin. Auch Milewski illustrierte diesen Gegensatz.

 

Anspruch und Wirklichkeit

Männer und Frauen zwischen 20 und 25 Jahren haben den ernsthaften Wunsch, die Arbeit im Haushalt zu teilen - Und dann kommt das erste Kind.

Viele Paare in der Bundesrepublik teilen sich inzwischen die Hausarbeit - Aber die Wäsche machen die Frauen.

9% der Frauen bekommen für die gleiche Arbeit einen geringeren Lohn als die Männer - In der Grafschaft Bentheim.

Armut hat viele Gesichter - Aber vor allem ist sie weiblich.

Jeden Tag versucht ein Mann seine Frau oder Exfrau zu töten und jeden dritten Tag gelingt es einem - In der Bundesrepublik.

Deutschland nimmt in Europa im Hinblick auf die Gleichberechtigung der Geschlechter den dritten Platz ein - Von hinten.

 

Ziel der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten

Nach dem knappen Vortrag Milewskis hatten die Schüler*innen weitere Fragen. Bei Kaffee und Kuchen beantwortete die Gleichstellungsbeauftragte geduldig und humorvoll die Fragen nach ihrer Arbeit. Nicht vergessen, riet sie den Zuhörer*innen, wenn die Männer die halbe Macht bekommen, dann bleibt die andere Hälfte den Frauen.

 

Kirsten Rigterink

In ihrem Artikel "Küche, Kampf, Karriere" stellt  die Journalistin Lea Hampel dar, dass berufstätige Frauen zwei Stunden pro Tag mit der Hausarbeit, ihre Ehemänner hingegen 52 Minuten beschäftigt seien. Hampel stellt fest, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch 2019 zu Lasten der Frauen geht. Sie fordert dazu auf, diese Ungleichheit nicht hinzunehmen, sondern für eine echte Gleichberechtigung in den Familien zu kämpfen.

Nach der Lektüre und der Diskussion des SZ-Artikels haben sich die 14 Schüler*innen satirisch mit den Thesen Hampels auseinandergesetzt. Entstanden sind neben einer Kurzgeschichte und einem szenischen Spiel Comic, Karikatur und Plakate.

 

Plakat1

 

Comic