Am Montag startet eine Gruppe von Schülerinnen nach Malbork, um zusammen mit unseren Erasmuspartnerschulen aus Polen und der Türkei Daten zur Migration zu verarbeiten. Im Gepäck haben die sechs Schülerinnen der 11. Klasse  Fragebögen ihrer Mitschüler aus den drei Erasmusseminarfächern. Alle 58 Teilnehmer haben Angaben über die Migrationsgeschichte ihrer Familien gemacht. Diese Daten werden die sechs Mädchen zusammen mit ihren polnischen und türkischen Kollegen in der Universität von Sopot (Polen) verarbeiten.

Neben der Arbeit mit dem statistischen Material werden die Sechs, die von Marianne Spethmann und Peter Beckmannshagen begleitet werden, an Vorträgen telnehmen und die Stadtgeschichte Malborks, die von der Binnenmigration nach dem 2. Weltkrieg geprägt ist, erkunden. Die sechs Schülerinnen werden die grandiose Marienburg besichtigen und nach Danzig  fahren. in der bekannten polnischen Hansestadt wird die Gruppe das neue Museum zum 2. Weltkrieg besuchen.

Neben der Arbeit haben die Gastgeber auch attraktive Freizeitaktivitäten eingeplant: Bogenschießen, einen Filmabend, Grill- und Pizzaabende.

Berichte über die fünf Tage des Workshops folgen, geschrieben von den Marianne Spethmann und Peter Beckmannshagen sowie den sechs Teilnehmerinnen der Malbork-Reise: Nele Restemeyer, Alina Bohlen, Katharina Alsmeier (aus dem Seminarfach / Beckmannshagen) und Diana Rosenhof, Pia Reinholtz, Viviane Saifert (aus dem Seminarfach / Etmanski).

Die Stadtbibliothek ist seit Jahren ein wichtiger Kooperationspartner unserer Schule und auch die drei Erasmus-Seminarfächer profitieren von dem Fachwissen und dem Medienangebot der Bibliothek. Für die anstehenden Facharbeiten im zweiten Halbjahr der Q12 haben Bibliothek und Schule drei Handapparate für die Schülerinnen und Schüler zusammengestellt.

In den Handapparaten befinden sich Bücher, die zu den drei Seminarfächer passen und die in der ersten Etage der Bibliothek neben der Infotheke einzusehen sind. Bis  zur Abgabe der Facharbeiten können diese ca. 50 Bücher nicht ausgeliehen werden, sondern stehen in der Bücherei den Schülerinnen und Schülern zu Verfügung. Sie können sie dort lesen, Notizen machen oder wichtige Seiten kopieren.

Ein vierter Handapparat, der für alle sieben Seminarfächer von Interesse ist, enthält Bücher, die über die Facharbeit, das wissenschaftliche Arbeiten und deren Präsentation informieren.

Das Seminarfach "Flucht und Migration in Literatur, Pop und Film" hat bereits eine Einführung der Bibliothek bekommen. Birgit Schomakers hat den Schülern den Handapparat ihres Kurses und die Fernleihe vorgestellt. Inzwischen haben diese Schüler auch ihren Bibliotheksausweise erhalten bzw. erneuert und können so die Möglichkeiten der Bücherei für ihre Facharbeiten ausnutzen.

 

 

EU migrants meet Erasmus students

Bericht und Fotos von Alina Dues und Nicole Henk (SF "Flucht und Migration in Literatur, Pop und FIlm")

Der vierte Tag des Erasmus-Projektes stand ebenfalls voll und ganz unter dem Motto der Integration und Migration. Er begann mit einem Vortrag von Vincent ten Voorde von der Agentur für Arbeit.

Ten Voorde berichtete in seinem englischen Vortrag von der Arbeitslosigkeit in der näheren Umgebung Nordhorns, dem Arbeitsmarkt der EU, den Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland und wie man diese in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren kann. Die Arbeitslosenquote in der Umgebung Nordhorns und im Emsland sei besonders niedrig und es gebe freie Arbeitsplätze vor allem im Gesundheitswesen. Im Anschluss an den Vortrag hatten die Schüler und Lehrer die Möglichkeit, Herrn ten Voorde ihre Fragen zu stellen.

Danach setzten sich die Schüler in kleinere Gruppen zusammen und besprachen wie schon in den Tagen zuvor Fragen, die sie später Migranten stellen konnten. Diese kamen aus Polen, Italien und den Niederlanden. Auf verschiedenste Art und Weisen begaben sie sich abenteuerliche Interviews mit den Schülern, die sie in mehreren Sprachen oder gleich in Englisch führten. Besonders die ausländischen Gastschüler konnten sich gut mit den Migranten identifizieren, da diese aus den Niederlanden, Polen und der Türkei kamen. Sie haben sich oft über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen ihren Heimatländern und Deutschland unterhalten. Hierbei erfuhren die Schüler, warum die Migranten nach Deutschland kamen, warum sie hier geblieben sind und wie es ihnen hier gefällt. Sie verschafften den Schülern einen Eindruck ihrer Kindheit, zum Beispiel durch mitgebrachte Kindheitsfotos. Einige, aber nicht alle von ihnen sind nach Deutschland gekommen, da sie hier einen Job gefunden haben. Bei anderen war die Liebe der Grund, in Deutschland zu leben, Im Anschluss stellten die Gruppen ihre Interviewpartner kurz vor. Es war spannend zu sehen, wie individuell die Hintergründe der einzelnen Migranten sind. In einem Punkt waren sie sich alle einig: Sie sind alle gut in Deutschland integriert und fühlen sich hier wohl.

Auf den Fotos seht ihr die polnischen und deutschen Schüler im Gespräch mit Paula. Paula ist in Polen geboren, hat aber schon in vielen Ländern gelebt, z.B. in den USA, und macht jetzt ihren Master in Deutschland. Sie hat ein Babyfoto von sich mitgebracht.

Hier ist Arthur im Gespräch mit polnischen und deutschen Schülern zu sehen. Arthur stammt ebenfalls aus Polen und unterrichtet Deutsch an der VHS in Nordhorn.

Auf dem folgenden Foto seht ihr Signore Petrucci, der in Rieti aufgewachsen ist und heute in Nordhorn lebt, und Sylvia aus den Niederlanden, die wie Paula schon in vielen Ländern gelebt hat (USA, England, Griechenland) und nun ebenfalls in Nordhorn zu Hause ist:

Und hier noch einmal alle polnischen Gäste, Monika, Paula und Arthur, sowie Harold, der wie Sylvia aus den Niederlanden stammt und nun in Nordhorn lebt:

Nach ein paar Stunden Freizeit trafen sich alle zum gemeinsamen Kegeln im MoveInn wieder. Die Schüler und Lehrer spielten gemeinsam, aber auch gegeneinander Kegelspiele wie "Galgenmännchen" und "Hausbau". Hierbei hatten sowohl die Schüler als auch die Lehrer sehr viel Spaß.

Zwischendurch bekam die Truppe noch Besuch von Herrn Forke, dem Vorgänger von Frau Woltmann und Ehrenbürger der Stadt Malbork:

 

5. und letzter Tag des Erasmus-Workshops "Oral History"

Bericht und Fotos von Charlotte Feller und Lara Mensen (SF "Flucht und Migration in Literatur, Pop und Film")

Morgens haben wir uns in der alten Cafeteria getroffen, wo Kirsten Rigterink die Gäste des Tages vorgestellt hat: Peter Kayer Ruot Raat, Adwaa Elhussin und Mohamed Kahled, drei Flüchtlinge aus dem Nord- und Südsudan und aus Syrien, Heike Pfingsten vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft und Rüdiger Dove vom DRK sowie seine Übersetzerin, Nicole Lorenz.

Anfangs hat Dove, der Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Nordhorn, mit viel Emotionalität von seinen Erfahrungen, die er zur Zeiten der Flüchtlingswelle gesammelt hat, erzählt. "Das war das aufregendste Jahr meines Lebens", berichtet er und schildert, wie innerhalb weniger Wochen Unterkünfte, Kleidung, Hygieneartikel für die Neuankömmlinge bereit gestellt wurden und Nordhorn die Ausnahmesituation von 2015 gemeistert hat.

Anschließend wurden alle Schüler in drei Gruppen aufgeteilt, und bekamen wie in den Tagen zuvor den Aufgabe, Fragen für die Geflüchteten zu formulieren. Bei dieser Gelegenheit unterhielten sich die Schüler, die sich am letzten Tag der Erasmuswoche immer besser kannten, angeregt und nicht nur zu dem Thema des Tages. 

Als Nächstes wurden die drei aus Afrika und Syrien geflohenen Menschen im Plenum mit den vorbereiteten Fragen auf Englisch interviewt und sie erzählten ihre Geschichten. Peter, ein junger Jurist aus dem Süd-Sudan, erzählte über seine Heimat, seine Flucht nach Deutschland, seine Familie und seine zukünftige Wünsche. Was uns besonders getroffen hat und uns im Gedächtnis geblieben ist, war die Geschichte seines Sohnes. Diesen musste er als Einjährigen  bei seiner Frau zurücklassen. „I have never had the opportunity to see him grow up and I don´t know when I can see him and my wife again.“ Als er dies erzählte, sind bei einigen Zuhörern die Tränen geflossen.

Solch eine berührende Geschichte hat auch Adwaa aus dem Nord-Sudan erzählt. Sie wünscht sich für ihre Zukunft, ihr Studium im medizinischen Bereich zu beenden, einen Job als Tierärztin zu finden und vor allem mehr Menschlichkeit auf der Welt.

Ebenso getroffen haben uns die Erlebnisse von Mohamed aus Syrien, der unter anderem von der Lage in seinem Land berichtete. Es fehle Essen, Trinken, Strom und somit auch Internet, welches ihm die Möglichkeit gebe, Kontakt zu seiner Familie aufzunehmen. Obwohl der palästinensiche Ingenieur Syrien nicht verlassen wollte, hat seine Familie mit ihm entschieden, dass er fliehen solle. Für ihn war nicht die Flucht, z.B. die Fahrt über das Meer, sondern die Entscheidung seine Familie zu verlassen, das Schwerste. Die Aussage, „At that point I didn´t know when I could see my family again!“, schockierte uns zutiefst. Um die Ernsthaftigkeit der Situation in Syrien zu verdeutlichen, sagt er Folgendes: „Everytime the family leaves they say ‚Goodbye‘ because you never know if you see them again!!“. 

Viele der gestellten Fragen konnte durch die Hilfe von Heike Pfingsten gut beantwortet werden, da sie eine breite Kenntnis von der Situation der jüngst Geflohenen hat und sie unter anderem durch die Hilfe beim Verfassen der Lebensläufe besser kennen gelernt hat.

Um uns nach dem emotional und intellektuell anstrengenden, aber lehrreichen Vormittag wieder zu Kräften zu bringen, haben wir in der Mensa gemeinsam gegessen. Anschließend hat die Evaluation, bei der die Schüler der Partnerschulen einen Onlinefragebogen zu der Projektwoche ausfüllen sollten, stattgefunden. Zum Abschluss haben wir ein Gruppenfoto gemacht und Herr Langlet hat sich die Gäste herzlich verabschiedet. Als Andenken haben alle Schüler von den Partnerschulen eine Nordhorntasse erhalten.

 

Mesude Karakulluk und Marie Voget haben über den 3. Tag des Workshops einen zehnminütigen Kurzfilm gedreht. Klickt euch rein:

 

https://www.youtube.com/watch?v=1uAf519JpFI&feature=youtu.be

 

Die Autorinnen sind Schülerinnen des Seminarfachs "Flucht und Migration in Literatur, Pop und Film". Da sie den Film als Wettbewerbsbeitrag einreichen wollen, werden sie auf alle im Film Gezeigten zukommen und um deren schriftliche Erlaubnis bitten, dass der Film Wettbewerbsbeitrag wird. So die Bedingungen des Wettbewerbs. Bitte helft ihnen dabei.