Flucht und Migration in Zeiten der Globalisierung

(Leitung: Peter Beckmannshagen)

Über 60 Millionen Menschen befinden sich zur Zeit auf der Flucht. Das sind so viele wie noch nie. Die Zahl der MigrantInnen wird weltweit auf ca. 240 Millionen geschätzt. Im Seminarfach werden wir uns mit den Ursachen der Wanderungsbewegungen, Auswirkungen auf die Herkunfts- und Zielländer sowie möglichen Lösungsansätzen dieser Problematik beschäftigen.

 

1. Semester (Q1)

A) Migration als globales Phänomen

B) Ursachen von Migrationsprozessen:

- Welthandel und Weltfinanzmärkte

- Klimawandel und Umweltzerstörung

- Krieg und Gewalt als Ursachen für Flucht

C) Entwicklungszusammenarbeit als möglicher Lösungsansatz

- Die Migrationspolitik der EU

- Migration und die Vereinten Nationen: die nachhaltigen Entwicklungsziele der Uno bis 2030

 

- Methoden zur Anfertigung der Facharbeit

 

2. Semester (Q 2)

In diesem Semester stehen die Anfertigung und Präsentation von Facharbeiten im Mittelpunkt. Vorgesehen sind Fallstudien zur Migration aus verschiedenen Regionen der Welt (z. B. Subsahara, Naher Osten, Lateinamerika…). Dabei werden aus verschieden Ursachen vertieft (Klimawandel, wirtschaftliche Not, politische Unterdrückung).

 

3. Semester (Q 3)

In einer eher projektbezogenen Arbeitsform sollen verschiedene Orte / Regionen erarbeitet werden, an denen sich die mit der Zuwanderung verbundenen Probleme zuspitzen. Ziel sollte die Präsentation auf einer Stellwand sein, die z. B. in der Mensa aufgestellt wird. Dazu können auch Interviews mit Betroffenen und Experten (Z. B. Pro Asyl, Frontex, Amnest. International) herangezogen werden

Brennpunkte der Migration:

  • Die spanische Enklave Ceuta/Melilla in Nordafrika

  • Lampedusa als Ziel von Migration aus Afrika

  • Die griechische Insel Lesbos

  • Die Grenzanlagen zwischen Griechenland und der Türkei

  • ..

 

4. Semester (Q 4)

Im Mittelpunkt werden Exkursionen an einen oder mehrere Orte stehen, die als Beispiel für die Probleme der Integration und deren Bewältigung stehen.

Denkbar sind Berlin (Kreuzberg), Köln (Museum für Migration), Duisburg (Ortsteil Marxloh), Bremerhaven (Auswanderermuseum).

 

 

 

 

Ab August wird die Arbeit am Erasmusprojekt "Flight and migration - problem or chance?" in verschiedenen Seminarfächern fortgesetzt. Deren Arbeit ist phasenweise international ausgerichtet, dann steht die Zusammenarbeit mit den Partnerschulen in Izmir, Gouda und Malbork im Mittelpunkt. Daneben gibt es Phasen, in denen es keinen internationalen Austausch gibt.

Wir planen eine dreitätige Studienfahrt der Erasmusler in der Q34. Diese Fahrt, die neben der herkömmlichen Studienfahrt organisiert wird, wird teilweise mit den europäischen Geldern für unser Projekt finanziert. Mit den Geldern der EU werden ansonsten die internationalen Workshops bezahlt, für die sich  die Seminarfachteilnehmer bewerben können, und es werden außerschulische Dozenten engagiert.

Wir stellen hier unsere Erasmusseminarfächer vor. Wenn ihr weitere Fragen habt, wendet euch an die angegebenen LehrerInnen. Wir freuen uns über euer Interesse!

Flucht und Migration in der (Stadt)geschichte 

Flucht und Migration in Film, Pop und Literatur

Flucht und Migration in Zeiten der Globalisierung

 

Flucht und Migration in der (Stadt)geschichte

(Leitung: Dr. Johannes Etmanski)

 

Woher stammen wir bzw. unsere Vorfahren?

Haben wir nicht alle einen „Einwanderungshintergrund“, wenn wir nur weit genug in unsere Familiengeschichte zurückschauen? Migration bildet seit jeher ein zentrales Element gesellschaftlichen Wandels. Räumliche Bewegungen von Menschen veränderten in den vergangenen Jahrhunderten die Welt, selbstredend auch Nordhorn. Die Stadt mit den sehr unterschiedlichen Herkunftsgeschichten der in ihr lebenden Menschen bietet sich für eine migrationsgeschichtliche Untersuchung allerdings ganz besonders an. Das wird deutlich beim Blick auf die Migrationsgeschichte der Stadt in den letzten 200 Jahren: Angefangen vom Zuzug flämischer und niederländischer Industrieller bzw. Textilarbeiter im Zuge der beginnenden Industrialisierung in Deutschland im 19. und frühen 20. Jahrhundert, über die Ansiedlung überwiegend polnischstämmiger Bergarbeiter aus dem Ruhrgebiet in den 1920er-Jahren und die Ankunft der verschiedenen „Gastarbeitergruppen“ aus Italien, der Türkei und Portugal in den 1950er- bis 1970er-Jahren, bis hin zu dem Zuzug von „Spätaussiedlern“ und Arbeitsmigranten aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den 1990ern. Den jüngsten Migrationsschub aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens [Syrien, Irak] wird das Seminarfach Politik aufgreifen.

Im Einzelnen wird es im Seminarfach darum gehen, die historischen Motive zu klären, warum diese Menschengruppen ihre Heimatstaaten verließen, warum sie nach Deutschland und Nordhorn emigrierten, unter welchen wirtschaftlichen und räumlichen Bedingungen sie hier lebten, ob und wenn ja, wie sie die Stadt kulturell prägten, mit welchen Integrationsschwierigkeiten sie zu kämpfen hatten und welche Konflikte, aber auch positive Erfahrungen es im Zusammenleben mit der aufnehmenden Mehrheitsgesellschaft gab. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Migrations- und Integrationsforschung werden dabei zu berücksichtigen sein. Zudem wird es um eine Einführung ins wissenschaftspropädeutische Arbeiten gehen, wie sie in Gestalt der Seminarfacharbeit als Vorbereitung für spätere Hausarbeiten im Studium zu leisten ist.

Nähern werden wir uns der Thematik, indem wir vor allem auch hier vor Ort viel praktisch arbeiten werden. Es gilt, Interviews und Fragebögen für die Gespräche mit Zugewanderten, aber auch z.B. mit den Eltern/Großeltern von Schülern unserer Schule vorzubereiten und durchzuführen. Dabei sollen auch Fotos und Erinnerungsstücke aus dem Leben dieser Menschen gesammelt bzw. zu Tage gefördert werden, denn das Ziel wird darin bestehen, nicht nur eine Datenbasis für die eigene Seminararbeit zu gewinnen, sondern auch eine spätere Ausstellung im Rahmen unseres Erasmus-Projektes „Flucht und Migration“ zu unterstützen.

Angedacht ist eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Archiven, dem Institut für Migrationsforschung in Osnabrück, lokalen Migrantenvereinen, der Volkshochschule, Sportvereinen und den GN. Daneben wird uns Werner Straukamp, der bekannte Lokalhistoriker, beratend unterstützen. Wir werden Ausstellungen besuchen, die sich Einwanderungsbiographien widmen und hoffentlich selbst auch eigene Erkenntnisse öffentlichkeitswirksam publizieren können.

Ich freue mich auf ein spannendes und herausforderndes Seminarfach mit Euch!

Flucht und Migration in Film, Pop und Literatur (Leitung: Kirsten Rigterink)

1. Semester (Q1)

Analyse von Film (-ausschnitten), Popsongs, Romanen und Lyrik, die sich mit Flucht und Migration auseinandersetzen

  • Motive?
  • Figuren?
  • Intention?
  • Gestaltungsmittel?
  • kommerzieller Erfolg?

Vorbereitung der Seminarfacharbeit

  • wie finde ich mein Thema?
  • wie recherchiere ich?
  • wie strukturiere ich meine Arbeit?
  • wie schreibe ich die Arbeit?

2. Semester (Q2)

Vorstellen, Diskussion und Vertiefung der Seminarfacharbeiten

mögliche Themen (Auswahl):

  • Flucht und Migration im Bilderbuch
  • Flucht und Migration im Jugendroman
  • Flucht und Migration im Popsong (deutsch - oder anderssprachig)
  • Flucht und Migration im Blockbuster, im deutschsprachigen Film
  • Flucht und Migration in der Lyrik von Dichtern mit Migrationshintergrund

3. Semester (Q3)

Nach der analytischen Arbeit aus Q12 folgt die kreative Arbeit in der Q34. Wir bringen die Migrationsbiographien und -geschichten, die die anderen Erasmus-Seminarfächer recherchiert haben, auf die Bühne. Dabei werden wir von der Theaterpädagin Heike Pfingsten unterstützt.

In diesem Semester besteht die Möglichkeit, an dem internationalen Workshop "Flight and migration on stage", der in Nordhorn stattfinden wird, teilzunehmen.

4. Semester (Q4)

Die Inszenierungsarbeit wird fortgesetzt und wir präsentieren unsere Szenen oder unser Stück auf der Bühne.

Im 3. oder 4. Semester werden wir an einem verlängerten Wochenende in eine deutsche Großstadt fahren und dort Theaterprojekte, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen, besuchen.

Erasmus und Seminarfach?

Inzwischen rückt für die 10klässler die Oberstufe näher. Nach der Entscheidung für ein Profil und die entsprechenden Prüfungsfächer kann man sich auch schon mal Gedanken über das Seminarfach machen. 

Das Erasmusprojekt wird 2017/18 in verschiedenen Seminarfächern fortgeführt. Ihr habt die Wahl! Die Präsentation der angedachten Inhalte erfolgt auf dieser Seite.