Zweieinhalb Jahre hat das Thema "Flucht und Migration" unsere Schule beschäftigt. Nach den großen Zuwanderungen von 2015 war Migration das Thema der Stunde, als unsere Schule die Bewerbung für ein umfangreiches europäisches Projekt startete.

Migration ist kein Phänomen des 21. Jahrhunderts, sondern durchzieht die Geschichte. Immer wieder machen sich Menschen auf den Weg, verlassen ihre Heimat, mal mit, mal ohne ihre Familien, suchen eine neue Heimat und finden diese. Die Gründe ihres Aufbruchs sind unterschiedlich und oft sind diese traurig. "Niemand verlässt freiwillig seine Heimat", war der häufigste Satz, der uns in den letzten Jahren begegnete. Krieg, Verfolgung, Armut und Chancenlosigkeit lassen Menschen ihren Koffer packen, sich verabschieden von den Lieben zu Hause, von den Landschaften, Gerüchen, der Musik und dem Essen ihrer Heimat. Das neue Zuhause macht es ihnen nicht immer leicht. Die neue Sprache, das andere Klima und Essen, die beengten Wohnverhältnisse sind nicht das erhoffte Paradies.

Die neue Heimat verändert sich durch den Zuzug. Die Ankommenden bringen Neues mit und die Städte, die den Migranten Raum bieten, gewinnen Kinder, neues Essen, andere Musik und Lebensformen. Auch die Provinz, auch Nordhorn und das Gymnasium Nordhorn globalisieren sich so im Laufe der Jahre.

Unsere Schülerinnen und Schüler haben in den vergangen 2 1/2 Jahren in einer AG und in drei Seminarfächern Flucht und Migration analysiert. Im Seminarfach von Dr. Etmanski haben 18 Schülerinnen vor allem die Geschichte unserer Stadt untersucht. Sie haben Interviews mit Migranten Nordhorns geführt und so mit Boat people aus Vietnam, mit portugiesischen, türkischen und italienischen Gastarbeitern und deren Kindern, mit Spätaussiedlern aus den ehemaligen Sowjetstaaten und mit Flüchtlingen aus Pommern und Ostpreußen gesprochen. Oft war es die eigene Famiie, die zu Wort kam: "Ich habe das erste Mal mit meinem Vater über seine Flucht aus Vietnam gesprochen."

Ein Ausschnitt aus der Arbeit dieses Seminarfachs ist ab heute in der Ausstellung im Foyer der Stadtbibliothek, unseres Kooperationspartners, zu sehen. Wir haben Fotografien von Orten der Migration in Nordhorn und Zitate aus den Interviews zusammengestellt. Fotos von den vier Workshops, die unsere Schule mit den Partnerschulen aus Malbork, Gouda und Izmir durchgeführt hat, ergänzen die kleine Präsentation.

Zu sehen sind die Bilder bis zum 30. März während der Öffnungszeiten der Stadtbiblithek.

Kirsten Rigterink / Johannes Etmanski (Koordinatoren des Erasmusprojektes 11/2016- 2/2019)