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Portugiesische Gastarbeiterbewegung in Nordhorn

Bericht und Fotos von Clara Gehlhaus und Aileen Hornung (SF "Flucht und Migration in Literatur, Pop und Film")

Der zweite Tag des Erasmus-Workshops des Gymnasiums Nordhorns drehte sich um das Thema der portugiesischen Gastarbeiterbewegung gegen Mitte des 20.  Jahrhunderts.

Der Tag begann damit, dass sich die Schüler der vier Schulen in Gruppen zusammensetzten und Fragen für das kommende Interview am Nachmittag mit zwei ehemaligen portugiesischen Gastarbeitern überlegten. Diese wurden später im Plenum der Reihe nach vorgestellt, ausdiskutiert und aus dieser entstandenen Ansammlung wurde ein Fragebogen erstellt.

Daraufhin präsentierten die Schüler des Gymnasium Nordhorns ihre vorbereiteten Kurzvorträge über die Gastarbeit, Arbeitsumstände und Lebensverhältnisse Nordhorns zu der Zeit der Gastarbeiterbewegung in den zuvor eingeteilten Gruppen.

Später begaben sich die Schüler und Lehrer des Projektes zu ihren Fahrrädern, um gemeinsam in das Portugiesen-Zentrum zu fahren, um dort zu Mittag zu essen. Anschließend trafen Maria da Palma und Antonio Carvallo, die zwei ehemaligen portugiesischen Gastarbeiter, ebenfalls im Zentrum ein und die deutschen Schüler konnten ihre zuvor überlegten Fragen stellen, welche stückweise immer wieder für die Austauschklassen übersetzt wurden.

Die folgenden Fotos zeigen die Gesprächspartner Maria da Palma und Antonio Carvallo:

"NIEMAND VERLÄSST FREIWILLIG SEINE HEIMAT" (Maria da Palma)

Maria da Palma kam 1996, als sie um die 20 Jahre alt war, nach Nordhorn in der Hoffnung auf einen besser bezahlten Beruf, um aus der Armut gelangen zu können und somit ihre Familie finanzieren zu können.Obwohl sie gerne wieder nach Portugal gehen würde und der Weg nach Deutschland sehr schlimm für sie war, ist sie froh, dass sie hierher gekommen ist, da die Kinder höhere Zukunftschancen in Deutschland haben und sie sich sonst nie ein so gutes Leben hätten aufbauen können.

 

 "PORTUGAL IST MEINE HEIMAT, JEDOCH WIRD DEUTSCHLAND IMMER MEIN ZUHAUSE BLEIBEN“  (Antonio Carvallo)

Antonio Carvallo kam mit nur 5 Jahren, im Jahr 1969, nach Nordhorn, da auchseine Familie unter dem knappen Verdienst in Portugal litt. Er integrierte sich sehr gut und bekam durch das Fußballspielen viele deutsche Freunde, durch welche er schnell lernte, Deutsch zu sprechen. Später arbeitete er wie der Rest seiner Familie bei NINO. Und obwohl die Fabrik schließen musste, arbeitet er weiterhin bei einer Firma,  die die Reste NINOs aufgekauft hat.


Am Abend hatten die Schüler Zeit, auf dem Vechtesee Treetboot zu fahren und sich von dem langen Tag zu erholen.

Insgesamt empfanden die Teilnehmer den Tag als sehr gelungen. Alle äußerten sich sehr positiv über das gesamte Projekt, da es ihnen ermöglicht, interkulturelle Freundschaften zu schließen. Gleichzeitig trainieren sie dabei ihr Englisch, indem sie in Gruppen arbeiten und sich mit den anderen Schülern austauschen. Jeder fühlte sich integriert und keineswegs ausgeschlossen. Zudem lernen die ausländischen Gäste durch dieses Projekt Deutschland besser kennen und können es selbst in ihrer Freizeit erkunden.

Auf den zwei Fotos seht ihr von links nach rechts die fünf polnischen Mädchen Kasia, Paulina, ihre Lehrerinnen Anna und Asia, Ulla, Michalina und Nicola:

Und von links nach rechts die niederländischen Jungen Floris und Caspar, ihre Lehrerin Marijke, dann Guilaume, ihr Lehrer Paul sowie Teje:

Die türkische Gruppe wird in dem Video vom 3. Tag vorgestellt.